KATHRIN BREMER

Ich bin am 21.08.1964 in Braunschweig geboren,

Mit 12 Jahren bekam ich meine erste Kamera und seitdem hat mich die Fotografie nie mehr ganz los lassen.

In meinem mittleren Lebensabschnitt habe ich aus beruflichen Gründen wenig fotografiert.

Erst, als ich vor ein paar Jahren begann, mit einer speziellen Technik der Langzeitbelichtung zu experimentieren, ohne zu wissen, dass es sich im Grunde um eine abgewandelte Form der ICM (Intentional Camera Movement ) handelt, war mein Enthusiasmus neu entfacht. Diese Art der Fotografie hält immer neue Überraschungen bereit, die mich stets auf’s Neue faszinieren.

ICM ist charakterisiert durch eine absichtliche Bewegung der Kamera, oder Veränderung der Brennweite (Zoom) während der Belichtung.

Während der Nachbearbeitung lasse ich mich gern von zwischenzeitlichen und wenig vorhersehbaren Ergebnissen inspirieren, die nicht selten zu einer Richtungs-Änderung führen.

So ist es häufig eine Folge von „Entdeckungen“, die letztendlich zu einem (auch) für mich oft überraschenden Ergebnis führt.

Die Suche nach Wahrheit nahm in meinem Leben immer einen wichtigen Teil ein.

Beim Fotografieren verlasse ich diese Suche bewusst, um in eine Welt einzutreten, wie ich sie durch die Kamera sehe.

Vintage-Makro-Fotografie ist ein weiteres - noch jüngeres - Lieblings-Thema meiner fotografischen Aktivitäten.

Hier verwende ich (teils ur-)alte, analoge Objektive, die - an Digitalkameras adaptiert - zu interessanten, irreal wirkenden Effekten im Hintergrund führen, weil diese Objektive nicht für digitale Kameras „gerechnet“ wurden.

Diese “Artefakte” kann man sich so zunutze machen, dass Hintergründe nicht selten „wie gemalt“ wirken können.

Die beiden Techniken verbindet also zu einem gewissen Grad eine gewisse Nähe zur Malerei.

Ich mag es, wenn Gegenständliches nur noch die Funktion eines „Ankers“ oder Einstiegs in‘s Bild hat, in dem Grenzen verschwinden und Formen sich aufzulösen beginnen.

Es öffnet sich ein neuer Raum, in dem Farben und neu entstehende Strukturen eine größere Rolle einnehmen.

Der Bildbetrachter wird eingeladen, sich verstärkt auf Fantasien, Stimmungen, vielleicht garTraumwelten einzulassen.

So gelingt es, scheinbare Realitäten leichter in Frage zu stellen und subjektive Wahrnehmungen bekommen mehr Raum.

Aber was ist eigentlich Realität überhaupt……?